Freunde des Sechz'ger Stadions e.V.

Argumente

Kann das Stadion an der Grünwalder Straße wieder Profifussball beherbergen?

Überwindung der Verkehrsproblematik.
Schon die Zweitligaspiele der Saison 2004/05 haben gezeigt, dass auch über 20.000 Besucher ohne große Verkehrsstörungen abzuwickeln sind. Dank 3 U-Bahnhöfen und Tram- und Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe gilt das Sechzger als das am besten mit dem ÖPNV erreichbare Stadion Deutschlands. Modelle mit Kombitickets erleichtern das Umsteigen auf den ÖPNV.

Attraktive Innenstadtlage.
Die Zukunftschancen des Areals im Herzen Giesings liegen in einem Trend, der sich seit über einem Jahrzehnt in den USA abzeichnet und mehr und mehr auch in Europa aufgegriffen wird. Dort wurden jahrelang riesige Arenen und Hallen (sogenannte "Superdomes") weit abseits der Zentren auf der grünen Wiese platziert. Doch die Erfahrung mit den "Superdomes" zeigte, dass dieses Konzept inzwischen überholt ist. Seit mehreren Jahren werden neue Arenen und Hallen wieder mitten in der Stadt gebaut, was entscheidende Vorteile bringt: Die Zuschauer sind schneller im Stadion, da in der Innenstadt die Wege kürzer sind und ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem existiert. Auch die lange Jahre absterbende Attraktivität der Innenstädte wird wiederbelebt.

Lärmschutzverbesserung.
Durch eine komplette Überdachung der Zuschauerbereiche in einem modernisierten Sechz'ger Stadion würde sich die Lärmsituation im Vergleich zur jetzigen z.T. offenen Tribüne deutlich verbessern, so dass selbst Spiele vor 30.000 Zuschauer weniger Lärmbelastung mit sich brächten, als heutige Regionalligaspiele vor gut 1.000 Fans.

Identifikationschance des TSV 1860.
Für den TSV 1860 ist das Sechzger Stadion von unschätzbarem Wert. Als einstige vereinseigene Sportstätte und Ort der größten Erfolge spielt das Stadion eine markante Rolle in der Geschichte des Traditionsvereins. In einer Zeit, in der Fußballprofis ihre Vereine fast wie ihre Unterwäsche wechseln, bedarf es bleibender Werte, um eine so enorm emotionsbehaftete Marke, wie sie ein Fußballverein darstellt, mit Leben zu erfüllen. Das Stadion an der Grünwalder Straße stellt für den TSV 1860 dabei in zweierlei Hinsicht einen für die Zukunft unabdingbaren tradtitionellen Wert dar: zum einen als Ausbildungsstätte für einen möglichst erfolgsversprechenden Nachwuchs (Amateure und A-Jugend), zum anderen als Art "Rückversicherung" bei sportlichem Misserfolg. Schließlich lehrt uns die Geschichte der Löwen, dass man in schwierigen Zeiten (wie in den 1970ern, den 1980ern oder nach dem Abstieg 2004) stets froh war, einen in seiner Größe auf die Anforderungen der Sechziger zugeschnittenen Zufluchtsort zu haben. Wären in den 1970er Jahren die Pläne einiger Stadtpolitiker, das Sechzger abzureißen, umgesetzt worden, kaum auszudenken, ob 1860 zehn Jahre Bayernliga im Olympiastadion überlebt hätte.


Was wären die Sechzger ohne ihr Sechzger?
Ein Rückblick auf die fast 100-jährige Beziehung zwischen 1860 und seinem Giesinger Stadion

1911
Nach einer zwölfjährigen Sportplatz-Odyssee über Schyrenplatz, Heumarkt, Flaucher, Holzapfelkreuth und Alpenplatz finden die Löwen an der Grünwalder Straße endlich eine langfristige Bleibe, die bis heute zu ihrer Heimat wird.

1925
Während die Stadtspitze in Sachen Stadionbau seit Jahren nur debattiert, handeln die Löwen und bauen an der Grünwalder Straße Münchens erstes Stadion mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Plätzen. Es gilt als schönstes Stadion Süddeutschlands.

1948
Am 14. März 1948 drängen sich fast 60.000 Zuschauer im völlig überfüllten Sechzger um das Spiel 1860 - Nürnberg zu sehen. Zuschauerrekord!

1950er Jahre
Die Stadt plant ein Großstadion am Oberwiesenfeld. 1860 will aber nicht vor halbleeren Rängen am Stadtrand spielen und favorisiert die Erweiterung des Sechzgers. Ost- und Westkurve werden daraufhin ausgebaut.

1960er Jahre
Der TSV 1860 feiert seine größten Erfolge. Das Europacup-Halbfinale gegen Turin gilt bis heute als das Spiel mit der besten Stimmung im Sechzger. Höhepunkt ist die Deutsche Meisterschaft, die man am 28. Mai 1966 im ausverkauften Grünwalder Stadion erringt.

1970er Jahre
Das neue Olympiastadion ist für Zweitligist 1860 nicht das wahre, man pendelt daher mehrmals zwischen Olympia- und Sechzger Stadion. In der Saison 1976/77 kehren die Löwen bis auf 4 Spiele wieder nach Giesing zurück und schaffen sensationell den Aufstieg in die Bundesliga.

1980er Jahre
1982 werden die Löwen in die Bayernliga verbannt, wo sie neun Jahre ihr Dasein fristen. Überstehen können sie diese Zeit nur dank des engen Sechzger Stadions, das auch bei wenigen Zuschauern beste Stimmung ermöglicht. Gut, dass Fans, Bürger und Vereinsführung in den 1970er Jahren die städtischen Abrisspläne für das Sechzger verhindert und den Neubau der Gegengeraden durchgesetzt haben.

1994/95
1860 schafft 1993/94 den Durchmarsch in die Bundesliga und hält 1995 die Klasse - dank der Heimspiele in Giesing. Auswärts und im Olympiastadion sind die Löwen im ersten Bundesliga-Jahr meist Punktelieferanten.

2004/05
Nach neun Jahren in der 1. Liga steigen dieö 2004 als heimschwächstes Team ab. In der 2. Liga drohen im Olympiastadion leere Ränge und miese Stimmung. Man kehrt ins Sechzger Stadion zurück, wo der finanziell stark angeschlagene TSV 1860 trotz des Abstiegs höhere Eintrittspreise verlangen kann und über 11.000 Dauerkarten verkauft.

2005/06
Die Löwen ziehen weit weg von Giesing in ein Stadion, das zwischen einem Müllberg und einer Kläranlage liegt. Viel schlimmer ist allerdings, dass die neue Arena trotz aller Beteuerungen von "gleichberechtigten Partnern" ein Stadion des roten Lokalrivalen ist. Während die Bayern erstmals in ihrer über hundertjährigen Geschichte über ein vereinseigenes Stadion verfügen, hat Münchens selbsternannter "Traditionsverein" TSV 1860 seine Heimat aufgegeben.